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Warum einen Verband für Honorarärzte?

Zwischen Klinik und Praxis - Bundesverband für Honorarärzte gründete sich am 19. Januar 2008 in Berlin

Am 19. Januar 2008 hat sich in Berlin der "Bundesverband für Honorarärzte" gegründet. Ziel der Vereinigung wird es sein, sich in Deutschland für diese Tätigkeitsform einzusetzen, die hierzulande noch nach ihrer gleichberechtigten Anerkennung sucht. Das ärztliche Standesrecht kennt derzeit nur den in der Klinik im Angestelltenverhältnis tätigen, und auf der anderen Seite den in eigener Praxis selbständigen, also "ordentlich" niedergelassenen Arzt.

Heißt es in der MBO (Musterberufsordnung) doch:

§ 17(1) "Die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit außerhalb von Krankenhäusern einschließlich konzessionierter Privatkliniken ist an die Niederlassung in einer Praxis (Praxissitz) gebunden, soweit nicht gesetzliche Vorschriften etwas anderes zulassen."
(...)
(3) "Die Ausübung ambulanter ärztlicher Tätigkeit im Umherziehen ist berufsrechtswidrig."

Seit einigen Jahren suchen immer mehr Ärzte jedoch nach einer "dritten" Form der beruflichen Tätigkeit, nämlich der des sog. Honorar- oder Leih-Arztes. Ein ärztliches Berufsbild, das in anderen Ländern Europas längst etabliert ist, aber hierzulande noch auf ungläubiges Kopfschütteln vieler Kollegen stößt. In Großbritannien werden sie als "Locum Doctors", in Frankreich als "Médicines Remplaçants" und in der Schweiz als "Vikarärzte" bezeichnet, und in Deutschland etabliert sich zunehmend der Begriff: "Honorararzt". Im Zuge der Gesundheitsreform und angesichts des v.a. im ländlichen Gebiet zunehmend spürbaren Mangels an erfahrenen Fachärzten greifen viele Kliniken und Institutionen immer häufiger auf diese freiberuflich tätigen Ärzte zurück, die gegen "Honorar" (in Form fester Stunden- oder Tagessätze) dort einspringen, wo die Not am größten geworden ist. Am weitesten verbreitet ist diese Form der Tätigkeit wohl in der Anästhesie, einem Fachgebiet, das sich aufgrund seines hohen Standardisierungsgrades und der geringen Patientenbindung sehr gut für eine solche Tätigkeitsform eignet. Aber auch im Gebiet der "kleineren" chirurgischen Fächer wie Gynäkologie, Urologie u.a. begegnet man zunehmend diesen aushelfenden Kolleginnen und Kollegen. Einzelne Kliniken haben sich einen festen Pool von Aushilfkräften aufgebaut, die in Stoßzeiten oder in der Urlaubszeit das Stammpersonal regelmäßig entlasten helfen.

Mit dem Phänomen der Honorarärzte beschäftigte sich unlängst auch die Juristen der Bundesärztekammer, gibt es doch verschiedene derzeit noch offene Fragen zu diesem Tätigkeitsstatus: Welche Ärztekammer ist zuständig, wenn Ärzte an verschiedenen Orten und in verschiedenen Bundesländern umherziehend medizinisch tätig sind? Aber auch Fragen der Qualitätssicherung gilt es zukünftig zu klären: Wie geht man mit "schwarzen" Schafen um, die sich der üblichen Kontrolle durch Klinik und KV entziehen?

Neben diesen standesrechtlichen Fragen, deren Bearbeitung auch ein Beitrag des Bundesverbandes für Honorarärzte sein soll, will sich der Verband vor allem um seine Mitglieder kümmern. Ziel und Aufgabe des Verbandes wird u.a. die Interessensvertretung der Honorarärzte gegenüber Arbeitgebern und Auftraggebern sowie den professionellen Vermittlern sein. Die Mitglieder des BV-H sollen Zugang zu einem umfassenden und neutralen Beratungsangebot hinsichtlich Existenzgründung, Altersvorsorge, Versicherung und Absicherung der beruflichen Tätigkeit, persönlicher Gesundheitsvorsorge und allen übrigen berufsrelevanten Themen haben. Der Verband möchte weiterhin an der Konzeption und Durchführung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Zertifizierung der Honorararzttätigkeit mitwirken. Weitere Ziele und Aufgaben werden durch die Mitglieder in der Zukunft entwickelt werden.

Ansprechpartner und Initiator ist der seit 2003 als Honorararzt tätige Facharzt für Anästhesie: Dr. Nicolai Schäfer aus Potsdam.

Ob in Kliniken...
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Honorarärzte sorgen heutzutage dafür, dass OP-Säle nicht leerstehen und der Krankenhaus-Betrieb auch in Zeiten des Ärztemangels weitergehen kann.

...oder als Notarzt
...oder als Notarzt

Viele Notarzt-Einsatz-Fahrzeuge (NEF) blieben ohne Honorarärzte in der Garage stehen. Ohne Notarzt gibt es keine Hilfe im Notfall.

In Praxen, Forschung u.v.m.
In Praxen, Forschung u.v.m.

Als Vertretung in Arztpraxen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens sind Honorarärzte heute unentbehrlich geworden und die Zukunft verlangt ihren Einsatz in noch stärkerem Maße.



 
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Zuletzt geändert: 17.04.2009     
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